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Krankenhaus

Angelo läuft durch die stille Stadt in der er die letzten Jahre verbracht hat, er weiß dass er diese Straßen nicht wieder sehen wird. Schwermütig denkt er an den kommenden Abschied und daran dass es keinen geben wird, keinen geben darf.
Langsam schlendert er weiter, in Richtung des kleinen Platzes auf dem er Sie zum ersten Mal gesehen hat. Das war vor eineinhalb Jahren. Sie saß auf einer Bank unter einem der Kirschbäume und träumte oder dachte nach. Er erkannte sie an ihrem traurigen Blick, wusste dass er sie gefunden hatte wen er suchte. Sie erzählte ihm viel, war froh ihn getroffen zu haben und ihre Probleme erschienen ihr klein im Vergleich zu ihrer Liebe.
Seitdem ist dort ihr Treffpunkt. Auch heute wird er sich hier mit ihr treffen, wie immer. Fast.
Er ist viel zu früh da weil er es zu Hause nicht mehr ausgehalten hat mit dieser Leere in seinem Kopf, er hat sich denken verboten. Während er auf der Bank sitzt beobachtet er ein kleines Mädchen das ein Papierschiffchen im Brunnen umhersegeln lässt. Wie schön wäre es noch einmal Kind zu sein und sich mit Schiffchen in Brunnen zu beschäftigen.
Seine Gedanken werden von Ihr unterbrochen, die über den Platz gelaufen kommt und ihn stürmisch umarmt und ihm einen Kuss auf den Mund drückt. Sie hat ihm sein Lieblingseis mitgebracht und lächelt dieses typische Lächeln, bei dem man nicht anders kann als mitzulächeln und das kein Ende hat. Dieses Lächeln und Lachen macht ihn traurig weil er weiß dass sie ihn liebt und dass sie weinen wird.
Sie erzählt von ihren Plänen während er ihren Sätzen nicht folgen kann weil er in ihren meerblauen Augen versinkt und er nichts sagen kann weil es das Falsche wäre. Heute will sie noch mit einer Freundin ins Kino, ob er mit will? Was? Nein, kein Film für ihn, zu sentimental.
Viel zu schnell wird es spät, sie muss los wenn sie pünktlich da sein will. Er will sie anschreien weil sie so nichtsahnend glaubt dass er nur müde ist und nicht gut drauf. Zum Abschied umarmt und küsst er sie länger als sonst und kann nicht aufhören zu denken.
„Ich liebe dich“, sagt er, und lässt ihre Hand nur zögernd los. „Ich dich auch“ ruft sie im Wegrennen, sie muss den Bus erwischen.

Er steht langsam auf und hofft dass sie nicht allein ist heute Nacht oder noch nicht zu Hause wenn der Anruf vom Krankenhaus kommt.
Dass es ihnen Leid tut, dass sie alles menschenmögliche versucht haben, dass es zu spät war
26.5.07 01:50
 


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